Unsere Geschichte

Die Mundartfreunde Düsseldorf
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50 Jahre Düsseldorfer Mundartfreunde

1969 Dä Anfäng

Am 01. September 1969 waren 60 Damen und Herren aller Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen der Meinung, daß Mundart der Pflege wert sei und gründeten die »Freunde Düsseldorfer Mundart«, die dann schon im Jahre 1970 in »Mundartfreunde Düsseldorf 1969« umgewandelt wurden. Unter den Gründungsmitgliedern befanden sich eine Reihe bekannter Namen von Bürgern unserer Stadt.

Bereits Ende 1969 lag die Mitgliederzahl bei 150. Karl Schlüpner schrieb im Herbstheft 1994 in unserem Heft »Mer spreche Platt« u.a. folgendes: „Wo unser Düsseldorfer Platt/Dialekt herkommt, darüber sollen andere berichten. Seit Luther das »Deutsch« brachte, entwickelte sich in allen Landschaften unseres Vaterlandes eine eigenständige Ausdrucksweise unserer Stimme. Das ging von Nord bis Süd, von Ost bis West, bis heute. Durch die Benrather Linie entwickelte sich bei uns das „Rheinische«, bis hin nach Holland über den Niederrhein.

Jupp Silvester Kels schrieb in derselben Ausgabe, daß Theo »Döres« Lücker ihn, der damals Schriftleiter von der Heimatzeitung »Jan Wellem« (Alde Düsseldorfer e.V.) war, angesprochen hat „Wat hälste dovon, wen‘ mer die Plattschriewer un Mäuzkesverzäller all eemol en e Lokal enlade döhden. Et wör doch e jejesiedig Kenneliere ärg interessant“. Dat wor dann die Idee! Mer dachten do nit an ‘ne Verein, sondern an Uussproch öwer ons Schriewerei. Domet wor ich schon alleen wejen ons Heimatschrift »Jan Wellem« tirekt enverstange. Kooz entschlosse, hät dä Döres all die öm bekannte Plattschriewer en d‘r ‚Europäische Hof‘ enjelade un jlich noch en paar Honoratiore dozu….

50 Jahre Düsseldorfer Mundartfreunde

1979 jing et föran

Dennoch gilt ein besonderes Dankeschön unserem heutigen Ehrenbaas Engelbert Oxenfort, der bereits im Jahr 1979 im Beirat unseres Vereins war. In diesen Dank ist natürlich seine Frau Hildegard ausdrücklich einbezogen. In einem Rückblick auf die ersten 10 Jahre unseres Vereins schrieb Norbert Voß 1979 u.a.: “Wer zutiefst vom Wert der Mundart überzeugt ist, hat vor Jahren mit Wehmut beobachtet, daß sie sehr verpönt war, mehr und mehr in den Winkel der Vergessenheit geriet und vorwiegend nur von alten Leuten gepflegt wurde, vor allem aber auch in der Literatur ihren Rang verlor und totgesagt wurde. Die nun allenthalben wieder aufblühende Volkssprache mag manchem die Frage eingeben, ob wir es da mit einer gefühlsüberladenen nostalgischen Regung oder mit einer Modeerscheinung zu tun haben, wenn in einer Vereinigung von Mundartfreunden nach zehn Jahren mehr als tausend Mitglieder zu verzeichnen sind, unter denen sich eine beachtliche Zahl von »Plattschriewern« befindet, wie sie sich bescheidenerweise bezeichnen“……“Ich beobachte mit großer Wachsamkeit, auch zu meiner Genugtuung und Bewunderung, daß diese Vereinigung der Mundartfreunde, die nun ihr Jubiläum feiert, sehr verdienstvoll mit Vorträgen und Rezitationen in Altenheimen und Altenclubs, in Heimatvereinen und Schulen, ja auch in der Volkshochschule wirkt und sich zum gar nicht hoch genug einzuschätzenden Vorsatz nimmt, überhaupt erst einmal Menschen für die Mundart zurückzugewinnen und den Mutterboden unserer großartigen Volkssprache nach längerer Brache zu beackern. Es ist der Gnade eines Höheren anheimgegeben, ob er unter denen, die in solchem Bemühen stehen, einen auswählt, der weithin hörbar und sehr wirksam Stimme für das sein darf und kann, das uns allen so sehr am Herzen liegt – unser Platt.“ 40 Jahre später gelten diese Aussagen, insbesondere nach den eingetretenen enormen Veränderungen im Sozialverhalten, bei der Bevölkerungsstruktur und dem nicht aufzuhaltenden Vormarsch der Informationstechnik etc. umso mehr.

50 Jahre Düsseldorfer Mundartfreunde

1971 dä Verein fing an zu leeve

Als em »Euro« noh allerhands Rederei dat Wohd opkoom: „Un wat nu?“, hät d‘r Dr. August Dahm (Rechtsanwalt un Plattschriewer) jesaht, dat vell von ons Plän‘ jesetzlich nur dörchzeföhre wöre, wenn mer us denne »Plattschriewer un Mäuzkesverzäller« `ne Verein mache wöhden. Un so es dann dä Verein („Mundartfreunde Düsseldorf e.V.“) ent Läwe jeroofe wohde“. Am 18.03.1971 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen und erhielt am 24.03.1971 die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Die ersten Vorsitzenden waren Joseph Neuhausen (bis April 1970), Fred Fiedler (1970 bis April 1978) und Adolf Busse (ab April 1978).

Die Satzung der Mundartfreunde besagt bekanntlich, daß die Pflege der Rheinischen Mundart Hauptzweck des Vereins sein soll. Dies erfolgt vor allem bei unseren Veranstaltungen, Führungen, Gottesdiensten und unseren Karnevalssitzungen. Das bereits einen Monat nach der Gründung erschienene – von unserem Gründungsmeister  Theo Lücker gestaltete – Vereinsblatt »ONS BLÄTTCHE«, heißt heute in Fortsetzung »MER SPRECHE PLATT«. Auch wurde damals von Albert Exner ein Archiv aufgebaut. Bei diesen vielen Aktivitäten konnten notwendige Ehrungen nicht ausbleiben. Ehrenmitglieder wurden ernannt und die »Pastor-Jääsch Plakette« sowie die »Düsseldorf-Kölner-Freundschaftsplakette« vergeben – letztere beispielsweise an Hennes Weisweiler – 1-FC Köln und Dietrich Weise – Fortuna Düsseldorf. Das zeigt, wie tolerant unser Verein damals war und noch heute ist. Als Vereinslied wurde die von Heinz Schüler (Text) und Jens Neuhausen (Melodie) geschaffene Weise bestimmt, die auch heute noch gilt: „Mer spreche Platt, dat hammer ons jeschwore, domet ons Mottersproch nit jeht verlore, mer spreche Platt, domet ons jeder kennt, dat mer noch echte Düsseldorfer sind.“ Natürlich sprengt es den Rahmen dieses Berichtes über die Entstehung unseres Vereins, die vielen verdienten Mitglieder zu nennen, doch schon an dieser Stelle sei vermerkt, daß ohne sie der Verein wohl nicht das geworden wäre, was er heute ist …dafür herzlichen Dank.

50 Jahre Düsseldorfer Mundartfreunde

1987 mir han en School

Als eine der Konsequenzen auf den Umstand, daß immer weniger Düsseldorfer noch richtig Platt sprechen können, gründeten die Mundartfreunde im Jahre 1987 „en Scholl“, wo „Imis“ uns

eren Dialekt lernen und die „Alten“ ihre Kenntnisse wieder auffrischen können. Benannt wurde die Akademie nach dem Heimatdichter Hans Müller-Schlösser, der 1884 in Düsseldorf geboren wurde und 1956 hier verstorben ist. Weltweit kennt man sein wohl bekanntestes Bühnenstück »Schneider Wibbel«. Ehrenbaas Engelbert Oxenfort hat das Kind damals mit aus der Taufe gehoben und fühlt sich deshalb der Akademie heute noch besonders verbunden. Mit viel »Spass an der Freud« wird hier Düsseldorfer Dialekt studiert. Es gibt Schüler, die von Anfang an dabei waren und sich noch zu jedem neuen Semester wieder anmelden. Hier gilt es natürlich auch den Mundartfreunden herzlich zu danken, die sich besondere Verdienste um diese Einrichtung erworben haben, besonders seien hier Inge Cremerius, Heinz Jürgens, Christa Hecker, Mario Tranti und Monika Voss genannt, die noch heute als »onser Frollein« mit viel Engagement und Leidenschaft Unterricht gibt.
In diesem Zusammenhang erinnern wir uns dankbar auch an Heidi und Horst Rosenbaum, die lange Jahre unsere Geschäftsstelle geleitet haben. Darüber hinaus finden jährlich kostenlose Führungen durch Düsseldorf op Platt auf Initiative der Akademie statt. In den zurückliegenden Jahren wurden die Bemühungen der Mundartfreunde mit 29 monatlichen Versammlungen, Ausflügen, Gottesdiensten, Adventsfeiern, Karnevalsveranstaltungen etc. die Pflege der Mundart fortgesetzt, doch die Mitgliederzahl fiel leider unter 600.
Der heutige Vorstand wird alles in seinen Kräften stehende unternehmen, wieder neue Mitglieder zu gewinnen, denn unser oberstes Ziel ist und wird immer sein:
„DAS DÜSSELDORFER PLATT MUSS ERHALTEN BLEIBEN“
Deshalb sollte uns jedes Mitglied dabei unterstützen und unsere Sponsoren, denen wir von Herzen danken, bitten wir um weitere Unterstützung.
Axel Hübener

Mundartfreunde im Wandel der Zeit

Es ist sicherlich interessant, einmal einen kurzen Rückblick auf das Jahr 1969 zu werfen, um sich ein wenig – auch aus Düsseldorfer Sicht – in die Zeit zurückzuversetzen, in der die Mundartfreunde gegründet wurden.

Heinemann wird Bundespräsident

So wurde am 05.03. Gustav Heinemann zum Bundespräsident gewählt, an der
Rheinknie-Brücke wird nach Einfügung des Schlussstückes am 06.03. das
Richtfest gefeiert.

Studentenunruhen

Die politische Lage wird deutlich durch die vorübergehende Schließung der
Kunstakademie am 07.05. wegen Studentenunruhen.

Mondlandung

Ein weltweit bedeutendes Ereignis war am 21.07. – 3.56 Uhr – MEZ – das erste
Betreten des Mondes durch einen Menschen – und zwar war dies der
US-Astronaut Neil A. Armstrong.

Messe Stockum

Für das neue Messegelände in Stockum wird am 26.08. der Grundstein
gelegt. Am 17.09. stattet der neue Bundespräsident der Landesregierung
den ersten offiziellen Besuch ab und am 18.09. wird die 600 m lange
Autotiefstrasse im Zuge der Theodor-Heuss-Brücke am Nordfriedhof
freigegeben, ebenso wie am 22.09. die Stahlhochstrasse über
das Werstener Kreuz.

Bundestagswahlen

Die Bundestagswahl am 28.09. brachte folgendes Ergebnis:
CDU/CSU 46,1%, SPD 42,7% und FDP 5,8%. Willy Brandt wird am 21.10. zum
Bundeskanzler der SPD/FDP-Koalition gewählt.

Brückenbau

Der Rat der Stadt tagt am 22.10. zum ersten mal seit Beendigung des
2. Weltkrieges im eigenen Sitzungssaal im wiederaufgebauten
Grupellohaus am Marktplatz. Am 04.11. wird der Grundstein für den
den Neubau der Oberkasseler Brücke gelegt.

Messe Stockum

Die erste Bootsmesse fand vom 27.11. bis 03.12. statt und am 31.12. wurde das alte
Schauspielhaus in der Jahnstrasse nach der Aufführung von Shakespeares „Was
ihr wollt“ geschlossen.

Ja, so ist ein kurzer Rahmen aufgezeigt, in den am 01.09.1969 die Gründung der Mundartfreunde durch 60 Damen und Herren aller Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen fiel.
Axel Hübener

Unser Team

Unsere Grundsätze

Versammlungen

Veranstaltungen

Neue Mitglieder

„Jede Provinz liebt ihren Dialekt; denn er ist doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Atem schöpft. Oder : Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache an.

Goethe

Unsere Werte & Grundsätze

Wir haben uns lange die Frage gestellt, ob wir einen Wertekodex benötigen. Die Überlegungen sind noch im vollen Gange und keinesfalls abgeschlossen. Erste Gedanken haben wir dennoch gefasst. Wir nutzen unseren neuen aktualisierten Internetauftritt um erste Impulse zu unseren Werten und Grundsätzen zu setzen.

Einigkeit

Wir sind ein eingetragener Verein. Unsere Mitglieder eint das Interesse an der Düsseldorfer Mundart. Das Düsseldorfer Platt zu pflegen und als eigenständige Dialekt am Leben zu erhalten ist unser Anliegen. 

Gemeinsamkeit

Düsseldorf Dialekt sprechen wir nicht nur im Verein. Dennoch pflegen wir gemeinsam das Düsseldorfer Platt und regelmäßig. Wir haben dafür extra eine eigene Akademie gegründet. In der Hans-Schlösser-Akademie können Interessierte die Düsseldorfer Mundart in kleinen Klassen gemeinsam lernen.

Tradition

Wir fühlen uns den traditionellen Werten der Stadt Düsseldorf verpflichtet. Die Stadt mit ihren rheinischen Traditionen wie Schützenwesen und Karneval sind uns wichtig. Hier wollen wir Düsseldorfer Platt als das verbindende Element gemeinsam leben.

Heimat

Die Düsseldorfer Mundartfreunde 1969 e.V. sind ein Heimatverein mit Sitz in der Stadt Düsseldorf. Damit ist unser Wert Heimat klar im Namen und als Vereinszweck definiert.

Verbundenheit

Den traditionellen werten der Stadt verpflichtet und in Düsseldorf verortet fühlen wir uns mit allen Vereinen und den Menschen in dieser Stadt verbunden. Wir leben diese Verbundenheit durch den intensiven Austausch mit den Menschen, die in Düsseldorf leben und den Heimatvereinen, die unsere Werte und Grundsätze teilen.

F.A.Q.

Häufig gestellte Fragen

Seit wann gibt es die Mundartfreunde?

Am 01. September 1969 kamen 60 Damen und Herren aller zu der Meinung, daß die Düsseldorfer Mundart der Pflege wert sei. Als Ergebnis dieser Erkenntnis gründeten sie die »Freunde Düsseldorfer Mundart«. Im Jahre 1970 wurden diese in die »Mundartfreunde
Düsseldorf 1969« umgewandelt.

Muss ich in Düsseldorf wohnen um Mitglied bei den Mundartfreunden zu werden?

Nein, für eine Mitgliedschaft ist es nicht zwingend nötig in Düsseldorf seinen Hauptwohnsitz zu haben. Aber einen engen Bezug zur Stadt Düsseldorf und seinen kulturellen Gegebenheiten und insbesondere eine Affinität zum Düsseldorfer Platt sollte das Mitglied schon mitbringen. Das beinhaltet auch einen Kurs an Hans-Schlösser-Akademie zu belegen.  

Was kostet die Mitgliedschaft bei den Mundartfreunden?

Aktuell liegt der mit Jahresbeitrag bei 40,- € zuzüglich einer einmaligen Aufnahmegebühr von 10,- €. 

Welche Verpflichtungen gehe ich mit einer Mitgliedschaft ein?

Wir sind zum Glück ein recht unkomplizierter Verein. Wir haben Werte und den Wunsch, dass sich unsere Mitglieder mit unseren Werten identifiziert. Die größte Veroflichtung ist den Jahresbeitrag bitte regelmäßig zu überweisen. Das wäre dann schon alles.

Wie häufig treffen sich die Mitglieder der Mundartfreunde Düsseldorf?

Einmal im Monat treffen wir uns zur Mitgliederversammlung. Zur Zeit meistens Mittwochs im Henkel Saal bzw. Schlösser Quartier Boheme. Die Termine werden regelmäßig auf unsere Webseite bekannt gegeben.

Wie viel Mitglieder haben die Mundartfreunde?

Derzeit sind wir rund 450 aktive Mitglieder. Wie in jedem Verein sind auch bei uns sowohl sehr aktive als auch eher weniger aktive dabei. Aber alle zeichnet  der Spaß an der Gemeinschaft und die Freude an der Düsseldorfer Mundart aus. Wenn du auch Lust daran hast, dann schau‘ einfach mal vorbei.

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